Es war einer dieser seltenen Tage, an denen einfach alles perfekt erscheint. Die Luft roch nach frisch gemähtem Gras, irgendwo schwang sich eine Lerche singend in die Luft, dem stahlblauen Himmel entgegen, als wolle sie die kleinen weißen Wölkchen zum Gesangswettbewerb herausfordern. Ich spazierte gemächlich den schmalen Weg entlang, der sich zwischen den saftigen Wiesen schlängelte. Neben mir ging dieses süße Ding. Ich hatte keine Ahnung, wer sie war. Sie war Anfang zwanzig, so wie ich, und sah irgendwie einer Bekannten ähnlich. Die Ähnlichkeit war nicht stark, verblüffte mich aber doch etwas. Eigentlich fand ich diese Bekannte gar nicht sehr attraktiv. Dieses Mädchen dagegen war einfach traumhaft. Ich weiß nicht mehr, wie sie genau aussah. Wer achtet schon auf Einzelheiten, wenn er mit so einer Schönheit händchenhaltend durch den Frühling spaziert!
Wir verließen den Weg und erklommen einen sanften Hügel. Eine Mulde im Boden, die uns nach allen Seiten hin abschirmte, lud zum Niederlegen ein. Ich breitete eine Decke über das Gras und wir lagerten uns dicht nebeneinander auf den Stoff. Einige Minuten lang genossen wir mit geschlossenen Augen die gute Luft und das Vogelgezwitscher. Irgendwo hörte man Musik und Lachen. Da mußte wohl ein Volksfest in der Nähe sein. Auf dem Weg waren uns einige Leute begegnet, darunter Kinder mit Luftballons.
Ein Schatten verdeckte die wärmenden Strahlen der Sonne auf meinem Gesicht. Ich schlug die Augen auf. Dicht über mir sah ich in ihre Augen. Sie war mir ganz nah. Sie küßte mich, erst zaghaft, dann immer heftiger. Ich genoß den Geschmack ihrer Lippen. Es war ein göttliches Gefühl, ihr Verlangen zu spüren.
Atemlos löste sie sich von mir. Aufreizend langsam begann sie, ihr Top hochzuschieben. Gott, was für ein Kunstwerk die Natur da geschaffen hatte! Wunderhübsche, feste Äpfelchen leuchteten mich an, knackig braun und unwiderstehlich. "Warte" flüsterte ich. Ich hörte Stimmen, die nicht allzu weit weg sein konnten. Ich weiß nicht, vielleicht war ich übervorsichtig. Ich wollte keine ungebetenen Zuschauer bei dem, was ich mit der Kleinen vorhatte. Ich zog ihr zärtlich das Top wieder über. "Laß uns doch lieber in meine Hütte gehen. Da sind wir ganz ungestört."
Voll Vorfreude lief ich mit ihr über die Wiesen. Teils rannten wir, dann blieben wir wieder stehen, um uns zu küssen, und später gingen wir doch lieber etwas gemütlicher. Man will ja nicht die ganze Energie vorher schon verschwenden.
Von einer Kuppe herab sahen wir den Hof des Alten. "Komm, wir sehen kurz zu ihm rein." Als ich ihren ungeduldigen Blick bemerkte, setzte ich nach: "Nur ganz kurz, versprochen." Sie nickte, und wir näherten uns dem Gebäude. Der Alte hatte nur eine schöne, alte Alm aus Holz, keinen dieser riesigen Höfe. Er stand vor seiner Hütte und hackte Holz.
"Ja, griaß di!" Der Alte schlug das Beil in den Hackstock und reichte mir die Hand. Wohlwollend, aber auch ein wenig neidisch musterte er meine Begleiterin. Ein wissendes Schmunzeln stahl sich in sein zerfurchtes Gesicht. "Aha. Fesch! Megt's a Muich?"
Nach einem Glas herrlich frischer Milch machten wir uns wieder auf den Weg. Sie wissen ja: Milch macht müde Männer munter.
Ein paar grasbewachsene Berghänge später erreichten wir meine Hütte. Ich konnte es kaum noch erwarten. Meine Hände schwitzten schon vor Erregung. Lachend liefen wir die letzten Meter um die Wette. Sie war schneller. Mit leuchtenden Augen erwartete sie mich an der Tür. Ich holte den großen eisernen Schlüssel heraus und sperrte auf. Sie betrat die Hütte, und ich folgte ihr begierig. Etwas zu begierig, denn ich stolperte und schlug hin.
Ich richtete mich auf und sah mich um. Ich war allein. Ich ging aufs Klo und legte mich wieder hin. Warum? Warum zum Teufel hatte ich Idiot darauf bestanden, in die Hütte zu gehen? Auf der Wiese, da hätte ich sie haben können. Aber nein, ich Trottel muß ja alles rauszögern. Verzweifelt versuchte ich, sie zurückzurufen. Aber ich habe das noch nie gekonnt. Können Sie das? Da weiterträumen, wo sie aufgewacht sind?
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